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Setzverhalten

Mit „Setzen“ bezeichnet man allgemein das Einebnen von Oberflächen-Rauigkeiten in den Schraubenkopf- und Mutterauflageflächen sowie Muttern und Schraubengewindeflanken und den Trennfugen der verspannten Teile. Weil schon beim Anziehen der Schraube ein Einebnen der Oberflächenrauigkeiten stattfindet, sind die Setzbeträge im Allgemeinen kleiner als von der Größe der Rauigkeiten angenommen werden müsste. Bereits bei Raumtemperatur kann nach der Montage einer Schraubenverbindung der Vorspannkraftverlust durch Setzen eintreten.

Setzen im Vorfeld einplanen

Zu den besonders kritischen Verbindungen gehören zum Beispiel Radschrauben. Hier soll die Verbindung sicher halten, jedoch auch wieder lösbar sein. Gleichzeitig ist jedoch ein unbeabsichtigtes Lösen unbedingt zu vermeiden. Die Verbindung muss also so ausgelegt sein, dass ein Setzen mit eingerechnet wird und ebenso äußere Einflüsse wie Vibrationen und Temperaturunterschiede berücksichtigt werden.

Mikroschicht-Systeme haben kaum Einfluss auf Setzverhalten

Grundsätzlich sind die im Vorfeld einzuplanenden Setzbeträge von verschiedenen Faktoren abhängig. Neben der Festigkeit der verspannten Bauteile spielen die Rauigkeit der im Eingriff befindlichen Flächen, die Höhe der Flächenpressung, die Art und Größe der Beanspruchung sowie die Temperatur eine Rolle. Auch die elastische Nachgiebigkeit der verwendeten Teile gilt es zu berücksichtigen – vor allem beim Einsatz von Kunststoff- oder Gummielementen, aber auch bei der Applikation sehr dicker Lackierungen. Der Einfluss von Oberflächensystemen wie der Zinklamellentechnologie oder der galvanischen Beschichtung auf die Vorspannkraft von Verschraubungen sind marginal und zu vernachlässigen, allerdings werden zum Beispiel in der Automobilindustrie teils – in der Praxis kaum realisierbare – maximale Schichtdicken unter Kopf von 25 µm gefordert.

Detaillierte Informationen zur Berechnung des Setzverhaltens von Schrauben sind in der VDI-Richtlinie 2230 2015-11 enthalten.

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